Das Annafest: Bierkultur im Schatten des Kellerwaldes

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In der oberfränkischen Stadt Forchheim herrscht jedes Jahr im Juli für elf Tage reges Treiben. An diesen Tagen findet dort das sogenannte Annafest statt. Unter dem Blätterdach des Kellerwaldes werden Bierkultur und Tradition groß geschrieben.

Wie alles begann…

Im ausgehenden Mittelalter wurden in die Sandsteinformationen im heutigen Bereich des Kellerwaldes Gewölbe geschlagen. Bei konstanten sechs bis zehn Grad reifte das Getränk der Forchheimer Bierbrauer das ganze Jahr über.

Im Jahre 1516 weihte man die Kapelle in Unterweilersbach der Heiligen Anna, der Mutter der Heiligen Maria. Das Annakirchlein entwickelte sich zum Walfahrtsort der katholischen Forchheimer, welche jährlich am 26. Juli, dem Namenstag der Heiligen Anna, zur Pilgerfahrt aufbrachen. Auf dem Rückweg legten die Pilger Pause im Kellerwald ein, wo sie von ihren Angehörigen mit Speis erwartet wurden. Trank reichte man zusätzlich aus den Bierkellern.

Zu guter Letzt verlegte 1840  die königlich privilegierte Schützengesellschaft, welche ihre Wurzeln im 13. Jahrhundert hat, ihr Schießstätte in den Kellerwald. Es entstand der Schützenkeller, der auch heute noch bewirtschaftet und somit der älteste Keller des Waldes ist. Das Hauptschießen der Schützengesellschaft legte man irgendwann ebenfalls auf den Namenstag der Heiligen Anna.

Das Annafest, so wie wir es heute kennen, nahm immer mehr Gestalt an und entwickelte sich zu dem Volksfest unter dem Dach des Waldes. Dabei ist es eines der wenigen Feste, die in dieser Art noch im Freien stattfinden.

Das Annafest heute

Das Volksfest findet dieses Jahr vom 20. Juli bis 30. Juli in der 178. Auflage statt. Dabei stehen im Kellerwald, einem Eichen- und Buchenlaubwald, circa 30.000 Sitzplätze den Besuchern zur Verfügung. In aktuell 23 Bierkellern hat der Biergourmet die Möglichkeit von ortsansässigen wie auch einigen fränkischen Brauereien die Sondersude zu probieren. Die Keller teilen sich in 14 „untere“ und 10 „obere Keller“, welches die Lage im Kellerwald bezeichnet. Ursprünglich existierten 24 Keller. Der 24. Bierkeller wurde aber nach einem tragischen Unfall geschlossen.

Ungefähr ein Drittel der Keller werden nur während der Festzeit bewirtschaftet, dagegen bieten eine Handvoll ganzjährig oberfränkische Speis und Trank an. Die Kellergewölbe dienen heutzutage nur noch der Lagerung und Kühlung der Bierfässer und sind nicht öffentlich zugänglich. Die Bierfee war uns allerdings hold und so durften wir in das ein oder andere Gewölbe einen Blick werfen.

Nürnbergertorkeller mit Nikl-Bräu
Wegen Einsturzgefahr sind einige Teile gesperrt
Nickl-Bräu
Weiss-Tauben-Bräu-Keller

Insgesamt 15 fränkische Brauereien kredenzen ihren Gerstensaft auf dem Annafest, darunter auch die vier Ortsansässigen: Neder, Hebedanz, Greif und Eichhorn, die kleinste der vier Brauereien. Neben dem Festbier werden auch ausgefallenere Kraftbiere, wie z.B. das Summerale der Brauerei Nickl aus Pretzfeld, angeboten.

Das Nikl-Bräu

Aber nicht nur für Alt, sondern auch für Jung ist gesorgt. Neben den obligatorischen Süßigkeitenständen können die Kleinen sich in den Fahrgeschäften austoben. Für jede Altersstufe ist etwas dabei: vom Zombie-Haus bis Kinderkarussell, welches schon seit einigen Generationen vor Ort ist. Nicht nur das Karussell weißt eine lange Festtradition auf, auch das Riesenrad, welches von der Fürther Schaustellerfamilie Drliczek betrieben wird, hat seinen angestammten Platz im Kellerwald.

 

Fazit zum Annafest:

Das kleine, fast familiäre Annafest im Kellerwald bietet bei diesen Temperaturen genügend Schatten unter dem Blätterdach, um gemütlich die fränkische Bierkultur zu erleben. Durch die grüne Oase stellt diese „Outdoor-Volksfest“ eine echte Seltenheit dar. Für jeden Geschmack wird sich ein Bier und auch eine Mahlzeit finden. Wir haben sogar einen veganen Stand erspäht. Abend spielen auf den vielen Kellerbühnen Bands, sodass für genügend Partystimmung gesorgt ist. Wer nicht zu den Musikfans gehört, hat die Möglichkeit sich z.B. in den abgelegeneren Blümleinskeller zurückzuziehen. Wir durften einer Annafestführung mit dem sehr kompetenten Gästeführer, Jürgen Zöbelein, teilnehmen. Durch viele Geschichte rund um das Fest gestaltete er einen kurzweiligen Nachmittag. Die Führung können wir nur wärmstens empfehlen.

Unsere Bierempfehlung: das Sommerale vom Nickl Bräu (Stefan) und das Festbier vom Brauwastl (Astrid).

Summerale, Nickl Bräu.
Brauwastl, Forchheim

Wer an der Geschichte des Annafestes interessiert ist, dem bietet sich die Möglichkeit an einer Führung durch den Kellerwald teilzunehmen. Weiter Infos zu Fest, den Führungen und zum Programm gibt’s unter www.forchheim-erleben.de

Offenlegung: 

Wir wurden von der Stadt Forchheim zum einem Besuch auf dem Annafest inkl. Führung und Verpflegung eingeladen. Herzlichen Dank für die Einladung und den schönen Tag. Es ist zur keiner Zeit Geld für diesen Beitrag geflossen und auch kein Auftrag für die Text-, oder Bildveröffentlichung erteilt worden. Dadurch hat die Einladung keinen Einfluss auf unsere persönliche Meinung und authentische Berichterstattung in Wort- & Bild. 

 

 

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