Drei Höhlenwanderungen in Franken

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Franken… Das ist doch der Teil von Bayern, in dem die Bevölkerung Probleme mit der Aussprache der Buchstaben T, D, K und G hat?! Stimmt genau. Bei uns in Franggen gibt es nur die Buchstaben D und G und Schluss. Auf weitere sprachliche Besonderheiten des Frankenlandes möchte ich jetzt nicht weiter eingehen. Eine weiteres Highlight in Franken ist unser Frankenjura oder auch fränkische Alb genannt. Dies ist ein Mittelgebirge aus Schichtstufen gebildet. Das nördliche Frankenjura in Ober- und Mittelfranken, wo wir wohnen, bietet unheimlich viele Felsformationen. Diese bestehen zum Großteil aus sedimentierten Kalkstein, welcher aus Ablagerungen des Weißen Jura-Flachmeeres vor vielen Millionen Jahren entstanden sind. Somit bietet unsere Region nicht nur eines der größten Sportklettergebiet, sondern es bildeten sich auch viele Höhlen. Diese sind auch manchmal nicht öffentlich oder nur kommerziell zugänglich. Dennoch existiert auch ein großer Teil an frei begehbaren Höhlen, der nicht spezielle (Kletter-)Ausrüstung und entsprechende Erfahrung benötigt.

Hier möchten wir euch drei Touren im nördlichen Frankenjura vorstellen, bei denen man die Höhlen erwandern kann. Die Wanderungen der etwas anderen Arten.

Trotzdem: immer festes Schuhwerk und Taschenlampe einpacken. Ebenso sind auch die Wanderhöhlen, so nenne ich sie jetzt mal, von Oktober bis April wegen Fledermausschutz NICHT begehbar. Bitte haltet euch daran und lasst die Tierchen schlafen.

Höhlenrundweg bei Hirschbach

Die Gemeinde Hirschbach, in der unsere Wanderung startet, gehört zwar formal zur Oberpfalz, grenzt aber an den fränkischen Landkreis Nürnberger Land. Gleichzeitig gehört sie geologisch gesehen noch zur Mittelgebirgsformation Fränkische Alb. Auf dieser circa 20 Kilometer langen Wanderung besichtigt man auf dem Weg von Hirschbach über Neutras, Hegendorf (im Nürnberger Land) und zurück nach Hirschbach 34 (!) Höhlen. Viele davon sind begehbar und durch ein Paar man muss hindurchkrabbeln. Andere Höhlen sind eher Löcher oder enden nach einigen Metern in einer Felspalte.  Ausführliche Tourenbeschreibung findet ihr hier.

Daten & Fakten: 

  • Strecke: 20 km
  • Dauer: 5:30 h
  • Höhenmeter: Anstieg 853 m, Abstieg 811 m
  • Video: YouTube

Höhlenwanderung bei Plech

Im Naturpark Fränkische Schweiz beim oberfränkischen Plech findet wir die zweite Höhlenwanderung. Diese Tour ist mit 18,7km nur unwesentlich kürzer als ihre Schwester bei Hirschbach. Auf der Wanderung findet man neben Kletter- und Boulderfelsen insgesamt 6 Höhlen. Das Felsenloch ist leider nicht begehbar, dafür bietet die Geislochhöhle eines der größten frei begehbaren Höhlensysteme und hat sogar ein paar kleine Seen. Weitere Infos findet ihr hier

Daten & Fakten:

  • Strecke: 18, 7 km
  • Dauer: ca. 5 Stunden
  • Höhenmeter: Anstieg 463 m, Abstieg, 448 m
  • Video: YouTube

Höhlenwanderung bei Muggendorf

Last but not least möchten wir euch die Tour im ebenfalls oberfränkischen Mugggendorf im Wiesenttal vorstellen. Sie ist nicht nur die kürzeste der Touren, sondern auch die Bekannteste. Man trifft dort auf viele weitere Besucher, welche meistens allerdings nicht die komplette circa 10 Kilometer lange Tour machen. Auf unserer Tour begeht man neben dem Aussichtsturm auf dem Hohlen Berg (522m) insgesamt 5 Höhlen und zwei weitere Aussichtspunkte oberhalb Muggendorfs. Alle Höhlen sind frei begehbar mit großteils herrlichen Tropfsteinformationen, wobei die Oswald- und die Rosenmüllerhöhle zwei echte Schmankerl darstellen. Ausführlichen Tourenbericht findet ihr hier

Daten & Fakten: 

  • Strecke: 9,7 km
  • Dauer: 3h 50 min
  • Höhenmeter: 233 hm

Wir hoffen, dass wir bei euch die Lust geweckt haben, selbst mal eine Höhlenwanderung zu unternehmen. Viel Spass beim Wandern und Höhlenerkunden!

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