Seven Summits Stubai – Serles 2717 m

Die Seven Summits Stubai – bei den sieben Gipfel handelt es sich nicht um die höchsten sondern die schönsten und markantesten Berge im Stubaital. Bei diesen Touren bezwingt man nicht nur sieben Berge mit Charakter, sondern erlebt auch bei jedem Einzelnen eine vollkommen andere Bergtour. Als kleines Schmankerl für die Touren gibt es zum Nachweis einen Gipfelpass, welcher im Tourismusbüro erhältlich ist, und es winkt dem Bergsteiger ein T-Shirt für drei sowie eine Trophäe für alle bestiegenen Gipfel. 

Gipfel Nr. 4 – die Serles

Um unserer Fahrzeit zum Gardasee im Mai 2017 gefühlt etwas zu verkürzen, machten wir mal wieder einen Abstecher ins Stubaital. Lag ja, im wahresten Sinne des Wortes, am Weg. Denn es rief der vierte Gipfel der Seven Summits Stubai nach uns – es rief die Serles.

Kloster Maria Waldrast

Die Serles erhebt sich am Eingang des Stubaitals und ist schon von Weitem sichtbar. Majestätisch wacht sie über die Brennerbrücke und bietet durch ihren alleinstehenden Gipfel eine herrliche Aussicht.  Schon 1579 vom Innsbrucker Georg Ernstinger erstbestiegen, befindet sich heute in Maria Waldrast Österreichs höchstgelegenes Kloster, das viele Gläubige, Touristen und Ausflügler dorthin zieht.

Auch uns zog es über die Mautstraße zum Kloster Maria Waldrast, wo wir unsere Liesl, das Wohnmobil parkten. Diesmal waren wir ohne Hund unterwegs. Vorbei am Kloster und vielen Touristen, die fleißig Fotos von dem Gebäude knipsen, bogen wir nach links ins den Wald ab. Gemütlich wanderten wir im Wald auf dem Weg Nr. 121 bergauf.

Der Serles-Panoramaweg

Nach geraumer Zeit lichteten sich die Bäume und wir traten hinaus aus dem Schatten des Waldes in den Sonnenschein. Die Wolken des Morgens hatten sich etwas verzogen. Den Serles-Panoramaweg, der entlang der Bergflanke verlief, säumten auf beiden Seiten viele Latschen. Ein richtiges Latschen, durch welches wir liefen. Weiter oben am Berg glitzerte noch weißer Schnee, während im Tal schon der Frühling Einzug hielt. Wir erblickten im Tal hellgrüne Wiesen und die ersten Laubbäume, die wieder begannen sich in ihr Blätterkleid zu kleiden. Ein kühler Wind wehte um unsere Nasen und lies uns an schattigen Flecken etwas frösteln. So gewannen wir Meter um Meter.

Der Serles-Panoramaweg

Mit der Höhe entdeckten wir bald häufiger kleine Altschneefelder. Aus den vereinzelten Schneeflecken wurde eine geschlossene Schneedecke. 

Die Bergflanke war zügig umrundet und wir betraten das große Kar unterhalb des Serlesjöchl. Dort hatte sich im Schatten der Felswände noch viel Schnee gehalten. An den südseitigen Wänden waren frische Nassschneelawinen, welche so typisch fürs Frühjahr sind, abgegangen. Die Schneedecke war teilweise knietief, sodass wir uns stellenweise wieder ausgraben mussten. Dazwischen versuchten wir die Geschwindigkeit im Kar hoch zu halten, denn die Nassschneelawinen verursachten bei uns ein mulmiges Bauchgefühl. Schließlich hatten wir keine Lawinenausrüstung da. Serlesseitig bot eine Mischung aus Schotter und Schnee den besten Weg.

Aufstieg durch das Kar zum Serlesjöchl

Serlesjöchl 2.384m

Wir erreichten das Serlesjöchl auf 2.384 Meter ohne gefährliche Zwischenfälle. Von hier aus konnten wir einen Blick ins Stubaital werfen. Leider versperrten aufsteigende Wolken die Aussicht und wir erhaschten nur kleine Ausschnitte des Tals. Am Jöchl erwartete uns stumm eine der Seven Summits Stelen. Stimmt, am Kloster hatten wir zuvor ja gar keine gesehen.

Die Stelle mit der Serles im Hintergrund
Blick ins Stubaital

Klettersteig zum Gipfel?!

Wir verließen das Serlesjöchl und wandten uns nach rechts. Nach einem kurzem Stück auf Schotter kamen wir zum Klettersteig auf die Serles. Klettersteig?! Nicht wirklich. Es erwartete uns zu Anfangs eine kleine Wand, in der eine Leiter hinauf half. Gefolgt wurde das Stück von Gehgelände mit Schotter und Schnee, welches mit einem Stahlseil als Wegrutschschutz gesichert war. Schnell hatten wir den „Klettersteig“ hinter uns gelassen. Das Klettersteigset hatte warm und wohlbehalten im Rucksack verharren dürfen.

Die kurze Eisenleiter

Langsam verhüllten die Wolken, welche wir zuvor am Jöchl vom Stubaital aufsteigen gesehen hatten, den Gipfelanstieg. Die schlechter werdende Sicht stellte sich als nicht weiter schlimm heraus, denn der Südwestrücken zum Gipfel wurde immer breiter. In Serpentinen gelangten wir Meter um Meter näher zum Gipfelkreuz. Kurz unterhalb des Kreuzes trafen wir wieder auf eine geschlossene Schneedecke. Plötzlich zeichnete sich eine dunkle Silhouette gegen das weiß der Wolken und des Schnees ab. Wir hatten das Gipfelkreuz auf 2.717 Meter erreicht und es begann leicht zu schneien. Die Aussicht: weiß in weiß.

Schnee am Gipfelanstieg

Das Weiß umgab uns während unserer Gipfelrast und begleitete uns beim Abstieg zurück bis zum Serlesjöchl. Dort floss es zurück zum Stubaital. Wir stiegen über Kar und den Serles-Panorama-Weg zurück nach Maria Waldrast. Über den Schöpfungsweg wanderten wir noch ein Stück talwärts bis zur Ochsenalm. Mit einer leckeren Abschlussjause feierten wir einen weiteren Gipfel der Seven Summits Stubai.

Fazit zur Bergtour auf die Serles (2.717m):

Startet man die Bergtour auf die Serles, der Wächterin des Stubaitals, am Kloster Maria Waldrast, so kann man eine gemütliche Tagestour auf einen der Seven Summits Stubai unternehmen. Auf dem Serles-Panorama-Weg bieten sich herrliche Ausblicke ins Brennertal wie auf die umliegende Bergwelt. Vom Serlesjöchl wirft man erste Blicke ins Stubaital. Der Klettersteig am Gipfelanstieg benötigt kein Klettersteigset, denn es handelt sich eher um ein Geländerseil. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit natürlich vorausgesetzt. Der Gipfelanstieg ist typischer Schutt und Schotter.  Die Aussicht vom Gipfel ist bei gutem Wetter bestimmt umwerfend, denn die Serles bietet als alleinstehender Berg eine gute 360 Grad Sicht. Einkehrmöglichkeiten gibt es nur im Kloster Maria Waldrast und in der Ochsenalm.

Die hier vorgestellte Tour auf die Serles stellt eine weiter Möglichkeit der Besteigung des Berges dar. Die vom Tourismusbüro empfohlene Route, welche an der Staumauer Kampl beginnt, findest du hier.

Daten & Fakten:

  • Dauer: 3:40h Aufstieg, 2:20h Abstieg
  • Länge: 9,4 km
  • Höhenmeter: 1100 hm
  • GPS-Track: Bergfex

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