Skitour in den Dolomiten – Monte Pecol (2.302 m)

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Endlich waren wir die Sellaronda gefahren, ein Traum wurde war. Skifahren war somit abgehackt und wir konnten uns von nun an den Skitouren widmen. Leider herrschte im gesamten Trentino noch immer Lawinenstufe 3 und wir suchten nach einer entsprechenden, nicht sehr gefährdeten Tour.

Mit den Öffis zur Skitour

Wir fanden im touristischen Fassatal eine schöne Skitour auf den Monte Pecol. Da die Route in Pozza di Fassa, einige Kilometer entfernt von unserem Campingplatz, begann, entschlossen wir uns mit dem Skibus dorthin zu fahren. Die Linie 1 sollte direkt an der Seilbahn Buffaure in Pozza di Fassa halten. Perfekt für uns. An diesem Morgen sollte uns aber eine kleine Odysee erwarten, bis wir endlich an der Bahn ankommen würden. Der Busfahrer legte nicht, wie auf dem Fahrplan ausgeschrieben, einen Stopp an der Seilbahn ein. Nein, er fuhr nicht einmal in Richtung Seilbahn. Also, im nächsten Dorf schnell aussteigen, den Fahrplan erneut studieren und mit der Linie 8 zwölf Minuten später zurück zur Bahn. Endlich angekommen.

Hochstimmung machte sich breit. LVS-Geräte aktiviert, Felle aufgezogen und schon starteten wir Richtung Berg. Die ersten Meter führten entlang der Piste bis zum Ristorante Soldanella. Von dort querten wir auf die rechte Seite. Dort begann der Rodelweg. Fleißig verluden geschäftstüchtige Italiener ältere Touristen in eine Art Ski-Do-Kutsche um diese zu den höher gelegenen Almen zu fahren. Wir ernteten neugierige Blicke von den älteren Herrschaften. Anscheinend hatten diese noch nicht häufig Tourengeher gesehen. Als die Ski-Do-Kutsche um die ersten Kurven verschwunden war, wurde es ruhig auf dem Weg. Gemütlich schlurften wir den Rodelweg bergauf, nur begleitet vom leisen Surren der Felle.

Val dei Monzoni

Wir passierten die direkt an der Piste gelegene Malga al Crocifisso (1.522m), in der schon die ersten Skifahrer an diesem Morgen einen Einkehrschwung eingelegt hatten. Kurz nach der Alm und der zugehörigen kleinen Kapelle wies uns ein Schild den Weg in das Val dei Monzoni. Entspannt folgten wir weiter der Rodelpiste bzw. Forststraße. Hin und wieder überholte uns die Ski-Do-Kutsche, mal mit Touristen beladen, mal ohne. Sonst trafen wir kaum jemanden auf dem Weg. Die frühmorgendlichen Wolken hatten sich mittlerweile verzogen, sodass die Sonne fröhlich am blauen Himmel strahlte. Der Schnee glitzerte zauberhaft.

Über eine kleine Brücke führten uns bald die schon vorhanden Skispuren in den Wald, kurz bevor wir die Baita Monzoni erreichten. Entlang des Weges 641, welcher die Sommerroute darstellt, liefen wir zwischen Bäumen über sanfte Hügel und Wiesen bergauf. Die Sonne entwickelte ganz schön Strahlkraft an diesem Tag und wir kamen ordentlich ins Schwitzten.

Unterhalb der Scharte Forcella dal Pief (2.186 m) lichteten sich die Bäume endgültig und wir betraten eine glitzernde weiße Schneelandschaft über der die westlichen Dolomiten thronten. Ein wunderschöner Ausblick. Erstmals erblickten wir den Gipfel des Monte Pecol, unser heutiges Ziel. Ein schöner Schneehügel ohne Bäume in einer umwerfenden Landschaft.

Der Gipfel des Monte Pecol

Nach der Scharte rutschen wir ein kurzes Stück bergab um gleich wieder über die Wiesen sanft Richtung Gipfel aufzusteigen. Auf den Aufstieg über die Sella Palecia, welcher unschwieriger gewesen wäre, verzichteten wir und begannen den 35° steilen Gipfelhang mit Spitzkehren zu bezwingen. Nach einer Viertelstunde war auch das geschafft und wir standen am Gipfelkreuz des Monte Pecol auf 2.302 m. Ein einzelner Skitourengeher statte uns kurz einen Besuch ab und war verwundert andere Menschen dort oben zu treffen. Uns erging es ebenso.

Frisch gestärkt nach der Gipfelpause begannen wir mit der Abfahrt Richtung Val San Nicolo. Im herrlichen Tiefschnee fuhren wir ab, bis wir nach kurzer Zeit den schmalen, präparierten Forst-/Wanderweg Nr. 640 erreichten. Dieser führte uns durch das komplette Tal zurück. Kurz vor der Malga al Crocifisso trafen wir wieder auf die Skipiste, welche wir nur kurz nutzten. Eine kurze verspätete Mittagspause wollten wir in der Alm einlegen. Die Speckknödelsuppe ist dort nur wärmstens zu empfehlen.

Zum Schluss fuhren wir noch die letzten Meter über die ziehwegähnliche Skipiste bis wir erneut die Seilbahn Buffaure erreichten. Bis zur Abfahrt des Skibuses hätten wir noch etwas Zeit gehabt und machten uns auf die Suche nach einer Apres-Ski-Bar. Das Glück war uns nicht hold und so reihten wir uns in die Warteschlange am Skibus.

Fazit zur Skitour auf den Monte Pecol:

Gemütliche Skitour im Fassatal, welche trotz der touristischen Umgebung dann doch sehr einsam war. Die Landschaft ist atemberaubend schön und die westlichen Dolomiten zeigen sich auf der Tour in ihrer vollen Pracht. Die Route ist sehr lawinenarm, da die Hangsteilheit seltenst die 30° überschreitet (bis auf den direkten Aufstieg auf den Gipfelhang des Monte Pecol mit 35°).  Die Abfahrt über das Val San Nicolo ist nur bei sehr viel Schnee möglich. Trotz ausreichender Schneemengen wäre, im Nachhinein betrachtet, die Abfahrt entlang der Aufstiegsroute die bessere Wahl gewesen. Entlang der Aufstiegsroute wäre der Tiefschneeabschnitt wesentlich länger und auch der Rodelweg besser präpariert gewesen. Insgesamt aber eine schöne, nicht überlaufene Skitour im touristischen Fassatal.

Daten & Fakten: 

  • Dauer: gesamt 5 Stunden 30 Minuten, davon 4 Stunden 20 Minuten Aufstieg
  • Strecke: 16,5 Kilometer
  • Höhenmeter: 1006 hm
  • GPS-Track auf bergfex.de

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