Von Coburg nach Bamberg per Rad

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Spontan kamen wir am am 23.06 auf die Idee, dass wir nach dem Samstagsdienst von mir ja eigentlich mal Biketrekking betreiben könnten. Daytrip Distanz.
Also kurz gekuckt, wo was ist. Staffelstein und Bamberg standen zur Auswahl. Da kann Staffelstein ja nur verlieren 😉 Also entschieden wir uns spontanst einen Daytrip nach Bamberg zu machen.
Gleichzeitig wurde ein gebrauchtes Rad fĂŒr meine Freundin getestet, ein Stevens Galant. Trekkingtauglich.
Als Radweg gibt es einen schönen Weg entlang des Itzgrundes. Das macht gut 50 km zur Stadtgrenze. Gegen 14:00 Uhr waren die RÀder gepackt und der Trip ging los. Doch kurz die Frage, was nimmt man mit?
Unser Rejka (siehe Test 😉 ) 2 Campingsessel, ultraleicht, Trangia mit Gaseinsatz, genug Wasser, eine Thermarest Luxusmatte mit 7 cm, meineThale, die mir reicht, beide SchlafsĂ€cke Stirnlampen Ersatzklamotten und eben KĂŒchenequip (Becher, Napf,WeinglĂ€ser, Instantkaffe, FrĂŒhstĂŒck und zum testen ein Biocurry, dazu ein ander mal mehr)
Also wurde gepackt:
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Verteilung sieht in etwa so aus, dass das sperrige Zeug in den Taschen landet. Das Zelt, weil mein GepÀcktrÀger daheim liegt, im Rucksack mit meinen Sachen. Nur der Schlafsack landete unter dem Lenker im wasserdichten Packsack.
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Also fahren wir durch das Coburger Umland. Im Schatten sind immer wieder HolzhĂŒtten aufgebaut im Schatten der BĂ€ume mit Dach, hier kann man sicher gut mal was trinken  oder Snacken.
Das Reiseschaf schielt aus der Deckeltasche und glubscht herum.Wie ginge es auch ohne 😉
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So, also BĂŒgeln wir den Radweg entlang. Zeitweise wurden von einer Gemeinde im 5 Meter Abstand ObstbĂ€ume gepflanzt entlang des Weges. Nette Idee, aber ich glaube, die sind nicht zur Selbstbedienung geplant.
Bei dem Bombenwetter mit ĂŒber 25° entscheiden wir uns in Kaltenbrunn-Untermerzbach bei „La-Stazione“ fĂŒr  eine Pause im Schatten zu machen. Wir wollen ja alles gemĂŒtlich angehen.
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NatĂŒrlich mit alkoholfreiem Weizen. Erfrischt geht es dann weiter. WĂ€r das Mittagessen nicht so nah gewesen, hĂ€tten wir da direkt beim freundlichem Italiener eine Pizza bestellt. So aber satteln wir wieder auf und fahren weiter.IMG_20160625_151117765
Nachdem wir weiterfuhren wird es lÀndlicher, es geht öfter Bergab und somit auch mal schön schnell mit bis zu 45kmh voran. Der Fahrtwind tut echt gut, und das Ganze durch frÀnkische weite Felder. Seelenfrieden inklusive.
Das Einzige, was uns auffĂ€llt: Vor dem Landkreis Bamberg gibt es wenig Einkehrmöglichkeiten. Nun wird es makaber. Nachdem wir im Landkreis Bamberg ankommen, wird es pro km, den wir uns Bamberg nĂ€hern, wĂ€rmer und bierdichter.(anM: Die Distanz zwischen Bierbezugsstellen sinkt!) . Einkehr. Gutes Stichwort. BreitengĂŒĂŸbach, Kemmern, Hallstadt, Bamberg.. ab nun Endspurt! Ziel eins: ein Keller! Also, ab die Kurbel. Schön glatt hier:
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Einen Keller zu finden in Bamberg ist nicht schwer, also gehen wir mitten in der Stadt Essen.
RĂ€der lehnen abgesperrt am Zaun, erstmal zwei kĂŒhle U bestellt. ( So, das ist Hinweis 1 wo wir sind)
Da klappen wir die Speisekarte auf und lesen die geilste Beschreibung seit langem:IMG_20160625_182257860
(Das war Hinweis 2)
Dann geht es weiter, man will immer das, was man sonst nicht bekommt. Speziell in Coburg:
IMG_20160625_183901508eine Brotzeitplatte wie diese
Kurz darauf sitzen zwei Berliner mit am Tisch und es wird frĂ€nkisch gemĂŒtlich. Oma mit Enkel, der nun hier lebt und nicht mehr weg will. Scheu wird kleinlaut nach 4 Jahren Integration gefragt, was nun ein SchĂ€uferla ist. Also kurz erklĂ€rt:
Schweineschulter, Krosse Fettschwarte und zart gekocht, aber mehr was fĂŒr den großen Hunger.. Zack, zweimal geordert. AmĂŒsant sind dann noch die GesprĂ€che im Anschluss. Es geht um Fahrradwege in Berlin, die einer Mondlandschaft gleichen, sowie eine kurze Diskussion die in jedem Bundesland, nein Überall auf der Welt, stattfindet:
Egal, wo ein Enkel mit seiner Großmutter ist, die grĂ¶ĂŸere Portion findet den Weg zum Enkel. Auch der Rest der Zweiten.
Die Dame beteurete mehrmals, dass dies eine 3 Tagesration fĂŒr sie wĂ€re in Berlin. Na dann, willkommen in Franken 😉
Auf einmal aber wird es dunkel, ein bisschen panisch wird ĂŒberall ausgetrunken, auch nicht nur bei uns wird zĂŒgig die Rechnung beglichen und im Anschluss ordentlich die Kurbel getreten.Selbst der Kellner meinte, ja ist wohl besser, wenn man es nun schnell packt und auch sicherer. Ab durch Bamberg, quer. Es wird grauer, windiger.Hauptstraße, Wohngebiet, . Der Countdown lĂ€uft. Also Vollgas! Reicht aber nicht, auf dem Weg nach Bug kommt der Regen, erst sacht, dann heftig. Ich hab natĂŒrlich nur eine Windjacke dabei, begrenzt Wasserabweisend. Reicht aber zum GlĂŒck. Also die RĂ€der am Ziel der Campinginsel in Bamberg abgestellt, und eingecheckt. Sympathisch. Es lĂ€uft ĂŒberdacht die EM, und das nĂ€chste U kommt. In einer halben Stunde ist laut Regenradar eh der Regen vorbei. Ortszeit: 19:40. Geiler Schnitt mit Pausen und Brotzeit. WĂ€hren die Reisegruppe, die mit uns Synchron ankam, einfach ihr Zelte im Eingangsbereich aufbauen, folgen wir der Anweisung des Personals. Wir laufen Richtung  Ausgang, und siehe da: Links hinter den Wohnmobilen und WĂ€gen ist eigenes kleines Ufer direkt am Fluss. Ein gemaltes Campingschild zeigt auf genau die Reihe von Zelten, wo noch LĂŒcken sind. Also RĂ€der hinschieben. Insgeheim denke ich: Die Coolen biegen hier links ab 😉
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Wir bauen unser Rejka also auf, und da kommt eben QualitĂ€t durch. Nach gut 8 Minuten steht es abgespannt. Ohne Stress. Taschen reinrĂ€umen, StĂŒhle öffnen und wohlfĂŒhlen. Also die StĂŒhle hingestellt, die WeinglĂ€ser aus dem GepĂ€ck zusammengeschraubt, die Campinglampe angemacht und jeder einen Wein (Franken Domina-Rot) geholt. So genossen wir auf dem Sessel und dem Falthocker den Abend. O-Ton meiner Freundin als wir die StĂŒhle aufbauten:IMG_20160625_213732815
Irgendwie ist es schon interessant. Du hast leichtes praktisches Zeug, das schnell aufgebaut ist, und ich habe mehr den Luxus.(Stimmt, ihren Sessel muss man stecken und aufbauen, bei meinem Hocker macht man den Klett ab und zieht ihn auf. LĂ€uft!).
Am Ende des Abends denk ich mir, erstaunlich gut der Robens (siehe Artikel), aber ne Lehne wie an dem meiner Freundin (Artikel folgt) wĂ€re doch ganz gut zum Chillen. Vielleicht hol‘ ich mir auch irgendwann so einen. Was ich aber definitiv sofort hole und anziehe: Meine Trekkinghose. MĂŒckendicht, lange Beine. Ein Traum sobald sie an ist. Wie immer werden TrĂ€ume aber nie oder zu spĂ€t wahr. MĂŒckenstiche in den Knöchel nerven.
Kurz darauf kommen GlĂŒhwĂŒrmchen raus. Der Wein ist alle, wir gehen in die SchlafsĂ€cke.
Am nĂ€chsten Morgen werden wir beide wach durch Watscheln und Schnattern um das Zelt herum. TĂŒr erstmal auf, und den bereits bekannten Ausblick genießen.
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Hier sei erwÀhnt, Paracord oder allgemein Seil dabei zuhaben ist nie verkehrt. Siehe unsere provisorische WÀscheleine.
Kocher rausrĂ€umen, Instantkaffe und das GebĂ€ck vom Vortag. Es ist 6:40.. FrĂŒhstĂŒck gibt es erst ab 8. Also Snacken wir vor. Sehr Idyllisch. Um uns herum kommen die restlichen Leute aus den Zelten gekrochen,als der Trangia losfaucht, die Enten schnattern rum und setzen sich vor uns ab. Schnorrerposition eingenommen. Leider gehen sie leer aus.
Danach gehen wir nochmal ein paar Brötchen holen,abwaschen und ich mich Duschen.
ZurĂŒckgekommen heißt es, aufgestanden Platz vergangen..Aber wer will diesen Ausblick nicht genießen?IMG_20160626_075944969shirley2
Das Ufer geht noch in beide Richtungen sehr weit weiter. Der Platz, den wir hatten, war wirklich lange schattig wie man sieht. Genial wenn du bleiben willst, schlecht wenn du willst, dass das Zelt trocknet und der Tau verschwindet.
Sehr schöne SanitÀranlagen und Duschen hat der Platz allemal..Duschen ist wie es aussieht im Preis inbegriffen.
Gegen 11:00 zahlen wir den Platz – 17€ fĂŒr Zwei mit Zelt, sehr gut fĂŒr das gebotene-, und RĂ€umen zusammen. Kurz vor 12 ist wieder alles auf den RĂ€dern verstaut.
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Alles wieder ans Rad, und auf zu meinen Eltern, die wohnen nicht weit weg. Zum GlĂŒck bin ich hier ortskundig, und wir fahren dann sehr entspannt in Richtung Hirschaid. Aus Spass zahlen wir noch 2 Euro fĂŒr eine kurze FĂ€hrfahrt. Das gehört hier dazu bei Pettstadt. Ausserdem wollte ich immer mal auf die FĂ€hre fahren, wĂ€hrend alle schieben. Der Passau Trip lĂ€sst grĂŒĂŸen.
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Unterwegs machen wir noch unser Mittagessen,ein Curry mit Kokosmilch, chillen unter einer BrĂŒcke. Kurz fragen  wir uns noch, sind wir nun Vagabundierer? Oder Trendsetter? Egal, Spass macht es. Allein die verwirrten Blicke der Passanten am Sonntag Mittag sind Gold wert 😉 Zu Nobel fĂŒr Landstreicher, aber auch nicht gewöhnlich. Aber auch zu cool, sollte man probieren. Urban Bridge cooking:
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Einziger Nachteil an der BrĂŒcke, fĂ€llt etwas  nach links, liegt es im Dreck, fĂ€llt etwas nach rechts, liegt es im Kanal. Irgendwann kommen wir zum Kaffe bei meinen Eltern an. Die wurden nur spontan informiert und kucken nicht schlecht.
Zum GlĂŒck kommt man mit dem Zug trotz Schienenersatzverkehr gut nach Haus,auch wenn das Abpacken der RĂ€der wegen einladen nervt.. Ein schöner Trip endet dann.
So, Kurzum das Fazit:
Die Strecke ist fĂŒr frĂ€nkische VerhĂ€ltnisse bis Landkreis Bamberg bisserl trocken, es geht dezent Bergab.
In Bamberg, gibt es viele Einkehrmöglichkeiten, die wirklich lohnen.
Der Campingplatz ist fĂŒr das gezahlte Geld sehr schön angelegt. Der SanitĂ€rbereich sehr sauber und modern. Preise sind mehr als nur moderat, bis 21:00 Uhr ist die KĂŒche offen und das teuerste Gericht sind 9€. Der Schoppen (250ml fĂŒr „AuslĂ€nder“) bei 4€.
Der Platz könnte unser neuer Zufluchtsort fĂŒr Spontantrips werden.
Denn es ist besser die Dinge zu tun, als ihnen nachzutrauern. Anscheinend ist nicht nur in Kronach die Welt noch in Ordnung 😉
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